Melancholie. Die süsse Schwermut.

Wenn man im Internet nach Melancholie zu suchen beginnt, stösst man als erstes und vor allem auf die negative Definition dieses Wortes. Schwarzgalligkeit, so der lateinische Ausdruck. Depression, Trübsal, schwermütig, Weltschmerz, so andere Synonyme für den Begriff. Oftmals setzt man die Melancholie auch mit den kalten und tristen Wintermonaten gleich. Man ist halt eben melancholisch drauf.

Für mich war melancholisch sein aber irgendwie nie was nur Negatives. Ich finde zudem Melancholie oder auch Melancholia ein schönes Wort. Es lässt irgendwie viel offen für Träume und Hoffnung. Vor allem Frauen, die an PMS leiden, kennen dieses Gefühl. Man ist glücklich, man ist eigentlich zufrieden, jedoch sitzt da was im Nacken, das einem ein bisschen anders stimmt; nachdenklich, in sich zurückgezogen. Ich kenne das. Zu gut. Am Anfang schämte ich mich “Mir geht’s doch gar nicht schlecht. Ich hab ja alles was ich brauche und wünsche.”. So eine Art schlechtes Gewissen. Bis ich dieses Gefühl mal näher betrachtete, akzeptierte und es als einen wunderbaren Charakterzug von mir betrachtete. Ein Tiefgang. Ich liebe die Melancholie; für mich öffnet sie mir meist Türen, die ich ohne sie nicht öffnen würde. Tagträumen. Ein bisschen alten Zeiten hinterher trauern. Sich an andere Orte wünschen und eine Umarmung und ein “Es ist ok.”. In der Zeit schreibe ich viel, male und versuche diese Traurigkeit, die ich aber als positive Traurigkeit ansehe, in meine Fantasie einzubetten. Ich gehe mit ihr Hand in Hand und zusammen sind wir ein wunderbares Team. Oftmals bin ich kreativer.

Wenn ich meine Lieblingsmusiker betrachte, sind diese meist auch von einer Melancholie übergossen. Eine Prise Weltschmerz, eine weitere Prise Sehnsucht und ganz viel Hoffnung. Ich mag das. Ich mag es wenn ich mich in diesem Gefühl verlieren kann. Ich mag auch, dann mal einfach loszuheulen. Ohne Grund, sondern einfach weil es mir grad drum ist und ich dieses Gefühl um mich hülle und ihm Raum gebe. Man kann sich so weit forttragen lassen, schwimmt plötzlich in Meeren und lässt sich von der Sonne die Haut erwärmen. Die Texte und Klänge geben einem Hoffnung und auch Verständnis. Somit ist man nicht alleine und fühlt sich wohlig eingehüllt. Und manchmal ist es ganz schön, sich in diese Traurigkeit zu geben, manchmal ist es auch ganz ok, wenn man die Welt grad nicht sehr lustig findet und sich in diesen Gefühlen ein bisschen rumtümpelt.

Die Melancholie ist meiner Meinung nach eine positive Traurigkeit. Ein Gefühl, das man Leben darf. Ein Gefühl und Begleiter, der viel tolles wieder hervorrufen kann. Sei es ein Meeresrauschen, das man vermisst. Ein Erlebnis aus der Kindheit, wo man sich gerne zurück erinnert. Ein Konzert, das unbeschreiblich schön war. Oder Gespräche mit einer Freundin oder einem Freund, in dem man sich gerne an die Zeit zurückerinnert, die man nie vergisst.

Was bedeutet für dich Melancholie?

 

 

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